Was ist Biodynamik?

Die Methode Biodynamik ist eine Therapieform, die einlädt, behutsam in unser Inneres einzutauchen und uns der Vielfalt der Empfindungen von Körper und Psyche zu öffnen. Gerda Boyesen (1922 – 2005) war Physiotherapeutin und Psychotherapeutin. Sie entwickelte eine eigene Art von Körperarbeit, welche die Lebensenergie auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene in Fluss bringt.

Die Verbindung von Psyche und Körper (Soma) ist ein bedeutender Teil des Verständnisses der Biodynamik. So wurde im Laufe der Zeit die Biodynamik auch als Biodynamische Psychologie verstanden und entsprechend der Körperpsychotherapie zugeordnet. In anderen europäischen Ländern wird dieses Verständnis weiterhin gepflegt. In der Schweiz gehört die Biodynamik zu den Methoden der Komplementärtherapie.

Der Therapieprozess gestaltet sich aus dem Geschehen von Emotionen, Träumen, Bildern, Erinnerungen, Gedanken sowie körperlicher Wahrnehmungen. Der persönliche Weg und der individuelle Rhythmus werden dabei stets respektiert. Die natürlichen Selbstheilungskräfte werden angeregt und gestärkt.

Für wen ist Biodynamik geeignet?

Biodynamik eignet sich für alle und wird speziell von Menschen gewählt,

  • die sich selbst tiefer erfahren und entspannen möchten
  • die sich emotional weiter entwickeln wollen
  • die an psychosomatischen Beschwerden leiden
  • die Symptomen unterworfen sind wie Stress, Ängsten, Rücken- und anderen Beschwerden des Bewegungsapparates, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, zu hohem oder zu tiefem Blutdruck, u.a.m.
  • die Konflikte in persönlichen und beruflichen Beziehungen bewältigen wollen
  • die Konflikte aus der Vergangenheit verarbeiten möchten

Die Biodynamik als KomplementärTherapie eignet sich auch zur Begleitung und Unterstützung von therapeutischen und medizinischen Behandlungen, z.B. zur Vorbereitung von Operationen und in der Rehabilitation, während länger andauernden Behandlungen körperlicher oder psychischer Beschwerden, bei unspezifischen Schmerzzuständen u.a.m.

Methoden der Biodynamik

Bio-Release

Bio-Release umfasst Methoden zur Entlastung von körperlichen und psychischen Stresserscheinungen, ohne die Tiefen des Unbewussten zu berühren. Dazu gehören Entspannungs-, Wahrnehmungs- und Atemübungen, welche die KlientInnen auch zu Hause selber nutzen können.

Biodynamische Massagen

Gerda Boyesen entwickelte im Laufe ihrer theoretischen und praktischen Arbeit zahlreiche Massagemethoden. Sie bewirken den Abbau von körperlichen und psychischen Spannungen, den Ausgleich von Energie und die Wiederherstellung des psychischen und körperlichen Gleichgewichts.

Das Stethoskop ist ein wichtiges Instrument in der Biodynamischen Massage. Durch das Stethoskop werden die Geräusche der Peristaltik im Darm hörbar, die Gerda Boyesen als ”Psychoperistaltik” verstand und somit als Zeichen der Entspannung und des Energieausgleichs. Das Feedback durch das Stethoskop gibt der Therapeutin/dem Therapeuten direkten Aufschluss über die Funktion des autonomen Nervensystems.

Deep Draining

Deep Draining ist eine tiefer wirkende Massageform. Sie hat zum Ziel, tief verankerte Körperhaltungen und eingeschränkte Atemmuster aufzulösen. Die Therapeutin/der Therapeut arbeitet in den tieferen Schichten der Muskulatur und des Bindegewebes. Dadurch können vegetative und emotionale Reaktionen und tiefer greifende psychische Prozesse ausgelöst werden.

Biodynamik Körpertherapeutinnen/-therapeuten sind sich dieser Prozesse bewusst und bereit, ihre Klientinnen/Klienten fachgerecht zu begleiten und in der Verarbeitung zu unterstützen.

Erweiterte biodynamische Körperarbeit

Die biodynamische Körperarbeit wird erweitert durch die Wahrnehmung des körperlichen und emotionalen Erlebens und durch den Ausdruck und die emotionale Entladung von bisher verdrängten, nicht gelebten Gefühlen. In der Therapiesitzung wird mit den auftauchenden Emotionen, Erinnerungen und Impulsen aus früheren Erlebnissen gearbeitet und diese zur Integration geführt.

Ziel der Arbeit mit diesen körperlichen Prozessen ist es, die Klientin/den Klienten wieder in Kontakt mit ihrer/seiner vitalen Energie zu bringen. Dies ermöglicht ihr/ihm, neues Vertrauen in sich selbst und in die eigenen Körperwahrnehmungen und Gefühle zu entwickeln.

Gestaltung der Beziehung

In der Biodynamischen Therapie ist die Gestaltung der Beziehung zwischen Klientin/Klient und Therapeutin/Therapeut von grosser Bedeutung. Jede Interaktion, verbal, nonverbal oder körperlich, wird immer auch als Aspekt der therapeutischen Beziehung verstanden und in den Therapieprozess bewusst einbezogen.

Die Biodynamische Körperarbeit orientiert sich an der Klientin/dem Klienten. Diskretion und Respekt der Persönlichkeit und ihres individuellen Prozesses werden stets eingehalten.